Ein Gespräch mit Klaus Krohme über den Kreislehrgarten Steinfurt
Im Studiogespräch mit Klaus Krohme erfahren wir mehr über die vielfältigen Bildungsangebote und die Bedeutung des Kreislehrgartens Steinfurt für die Region.
BONN, 20. Juni 2026 — Eigener Bericht
Klaus Krohme, der Leiter des Kreislehrgartens Steinfurt, wird oft mit der Förderung von Gartenbau und nachhaltiger Bildung in Verbindung gebracht. Viele Menschen gehen davon aus, dass solche Einrichtungen lediglich zur Schulung von Fachkräften im Bereich Gartenbau dienen. Es wird angenommen, dass die Hauptaufgabe einer solchen Institution darin besteht, zukünftige Gärtner auszubilden und die praktischen Fertigkeiten zu vermitteln, die für den Beruf notwendig sind.
Eine erweiterte Perspektive auf Bildung
Allerdings zeigt ein Blick auf die Aktivitäten des Kreislehrgartens, dass das Bildungsangebot viel breiter gefasst ist als allgemein angenommen. Krohme erklärt, dass der Garten nicht nur eine Ausbildungsstätte ist, sondern auch als Ort der Begegnung und des Austauschs dient. Hier werden Workshops und Veranstaltungen durchgeführt, die sich nicht nur an Auszubildende, sondern auch an Familien und Kinder richten. Dies fördert das Bewusstsein für ökologische Zusammenhänge und die Relevanz von Naturerfahrungen im Urbanen.
Das zweite Argument gegen die übliche Sichtweise ist die Integration von Kunst und Kultur im Kreislehrgarten. Krohme hebt hervor, dass die Pflanzen und Gärten nicht nur einen praktischen Zweck erfüllen, sondern auch ästhetische und kulturelle Dimensionen haben. Kunstprojekte, wie etwa die Installation von Skulpturen in den Gartenanlagen, tragen zur Verschönerung des Geländes bei und schaffen Räume, in denen Kunst und Natur miteinander interagieren. Diese Facette wird oft übersehen, wenn die Einrichtung lediglich als praktische Ausbildungsstätte betrachtet wird.
Ein drittes Argument liegt in der Rolle des Kreislehrgartens als Zentrum für nachhaltige Praxis. Während viele Menschen in der Landwirtschaft und im Gartenbau für eine rein wirtschaftliche Nutzung sind, zeigt Krohme auf, dass in Steinfurt eine Umorientierung hin zu ökologischen und nachhaltigen Techniken stattfindet. Workshops und Schulungen stellen den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen in den Fokus, was zu einem Umdenken in der Gesellschaft beitragen kann. Die entsprechende Bildung hier ist nicht nur für zukünftige Gärtner relevant, sondern für jeden, der einen Beitrag zu einer nachhaltigeren Welt leisten möchte.
Die konventionelle Sicht auf Lehrgärten als rein funktionale Ausbildungsorte wird also der Realität nicht gerecht. Der Kreislehrgarten Steinfurt ist ein Beispiel dafür, wie Bildung, Kunst und nachhaltige Praktiken miteinander verknüpft werden können, um eine breitere Zielgruppe anzusprechen. Durch das Angebot an einer Vielzahl von Programmen wird deutlich, dass hier ein Ort geschaffen wurde, der über die praktischen Fähigkeiten hinausgeht.
Ein Aspekt, den die konventionelle Sichtweise zu Recht erkennt, ist die Bedeutung praktischer Fertigkeiten im Gartenbau. Der Kreislehrgarten bietet tatsächlich umfassende Schulungen an, die das Handwerk des Gärtnerns vermitteln und die Teilnehmer auf die mehrere Facetten eines Berufes vorbereiten. Diese Fertigkeiten sind nach wie vor von zentraler Bedeutung, um im Gartenbau erfolgreich zu sein. Doch Krohme weist darauf hin, dass die Entwicklung eines breiten Wissens über ökologische Zusammenhänge und gesellschaftliche Verantwortung ebenso entscheidend ist.
So zeigt sich im Gespräch mit Klaus Krohme, dass der Kreislehrgarten Steinfurt weit mehr als ein Ort der beruflichen Ausbildung ist. Es ist ein Raum, der die Verbindung zwischen Bildung, Kunst und Nachhaltigkeit fördert und Menschen aller Altersgruppen anspricht. Die Herausforderung besteht darin, das Bewusstsein für diese ganzheitlichen Ansätze zu schärfen und das Potenzial, das solche Einrichtungen bieten, besser zu kommunizieren.
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